ZIVILTECHNIKER

Ziviltechnikergesetz 1993 ÔÇô ZTG, BGBl. Nr. 156/1994 i.d.F. BGBl. I Nr. 9/2008

Der Begriff "Ziviltechniker"

┬ž1
(1)
Staatlich befugte und beeidete Ziviltechniker sind nat├╝rliche Personen, die auf ingenieurwissenschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Fachgebieten aufgrund einer vom Bundesminister f├╝r Wirtschaft und Arbeit verliehenen Befugnis freiberuflich t├Ątig sind.


 
(2)
Ziviltechniker werden eingeteilt in:
1. Architekten,
2. Ingenieurkonsulenten.


Befugnisse

┬ž4
(1)
Ziviltechniker sind, sofern bundesgesetzlich nicht eine besondere Berechtigung gefordert wird, auf dem gesamten, von ihrer Befugnis umfassten Fachgebiet zur Erbringung von planenden, pr├╝fenden, ├╝berwachenden, beratenden, koordinierenden, mediativen und treuh├Ąnderischen Leistungen, insbesondere zur Vornahme von Messungen, zur Erstellung von Gutachten, zur berufsm├Ą├čigen Vertretung vor Beh├Ârden und K├Ârperschaften ├Âffentlichen Rechts, zur organisatorischen und kommerziellen Abwicklung von Projekten, ferner zur ├ťbernahme von Gesamtplanungsauftr├Ągen, sofern wichtige Teile der Arbeiten dem Fachgebiet des Ziviltechnikers zukommen, berechtigt.


 
(3)
Ziviltechniker sind mit ├Âffentlichem Glauben versehene Personen gem├Ą├č ┬ž 292 der Zivilproze├čordnung, RGBl. Nr. 113/1895, in der jeweils geltenden Fassung. Die von ihnen im Rahmen ihrer Befugnis ausgestellten ├Âffentlichen Urkunden werden von den Verwaltungsbeh├Ârden in derselben Weise angesehen, als wenn diese Urkunden von Beh├Ârden ausgefertigt w├Ąren. Von solchen Urkunden k├Ânnen im Falle ihrer elektronischen Errichtung auch Ausfertigungen auf Papier, im Falle ihrer Errichtung auf Papier auch elektronische Ausfertigungen hergestellt werden.



Ausübung

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(1)
Den Ziviltechnikern ist jede T├Ątigkeit untersagt, die mit der Ehre und W├╝rde des Standes unvereinbar ist oder durch welche die Vertrauensw├╝rdigkeit bei der F├╝hrung ihrer Gesch├Ąfte oder die Glaubw├╝rdigkeit ihrer urkundlichen Ausfertigungen ersch├╝ttert werden kann.



Verschwiegenheitspflicht

┬ž15
(1)
Der Ziviltechniker ist zur Verschwiegenheit ├╝ber die ihm in Aus├╝bung seines Berufes vertrauten oder bekanntgewordenen Angelegenheiten seines Auftraggebers verpflichtet.



Siegel

┬ž19
(1)
Architekten und Ingenieurkonsulenten haben ein Siegel zu f├╝hren, das das Bundeswappen der Republik ├ľsterreich wiederzugeben und den Vor- und Zunamen, akademische Grade, die verliehene Befugnis unter Beif├╝gung des Fachgebietes sowie den Sitz der Kanzlei anzugeben hat. Ferner kann das Siegel ehrenhalber verliehene akademische Grade und Berufstitel angeben. Mit Ausnahme des Bundeswappens muss der Inhalt des Siegels im qualifizierten Zertifikat der elektronischen Beurkundungssignatur nachweisbar sein. Bei Gebrauch der elektronischen Beurkundungssignatur ist das Siegel zus├Ątzlich noch im Unterschriftsvermerk am Schluss des Textes der elektronisch zu unterzeichnenden Urkunde abzubilden (┬ž 19 Abs. 3 E-GovG). F├╝r die Pr├╝fbarkeit der elektronischen Beurkundungssignatur und die R├╝ckf├╝hrbarkeit von Ausdrucken gelten ┬ž 19 Abs. 3 und ┬ž 20 E-GovG, soweit die R├╝ckf├╝hrung der Ansicht des gesamten Dokuments in eine Form, die die Signaturpr├╝fung zul├Ąsst, m├Âglich ist.